Aktuelles im 3. Quartal 2017

22.07.2017: Die hohen Wasserstände nach den kräftigen Regen­fällen Ende Juni und Mitte Juli gehen langsam zurück; am Südufer des Gülper Sees gibt es wieder flache Sand- und Schlick­streifen, ideal für die Limi­kolen (Watvögel), die auf dem Weg in die Winter­quartiere hier Rast machen. Z.Z. sind es besonders Fluss­ufer­läufer und Grün­schenkel, daneben auch immer wieder andere Arten – jeden Tag können neue Gäste erscheinen (gerade erst war darunter auch eine Rarität aus Nord­amerika: ein Weiß­bürzel-Strand­läufer). Die beste Zeit zum Beobachten ist der Morgen und frühe Vor­mittag sowie der späte Nach­mittag und frühe Abend, wenn die vielen Grau­gänse nicht die Sicht versperren.

29.07.2017: Die erneuten starken Regenfälle am Wochen­beginn haben Rhin und Havel wieder ansteigen lassen, und der Gülper See ist wieder „randvoll“ – schlecht für die Limi­kolen, die sich nun andere Rast­plätze suchen müssen wie z.B. Lachen und Pfützen in Feldern und Wiesen …

08.08.2017: In der Großen Grabenniederung geht das Wasser wieder zurück – ohnehin war bzw. ist hier wegen der hohen Vege­tation ohnehin kaum etwas von den sicher­lich noch vorhan­denen Lachen zu sehen, außer­dem haben sich die starken Regen­fälle in diesem Bereich nicht so stark ausgewirkt. Ganz anders im Bereich von Rhin und Dosse, die riesige Nieder­schlags­mengen abführen müssen; so kann man hier viel eher Wasser in den Wiesen stehen sehen, z.B. zwischen Rhinow und Kietz oder südöstlich von Buchhorst. Wenn hier dem­nächst das Wasser abfließt bzw. versickert, können diese Bereiche sehr inte­ressant für durch­ziehende Limikolen (Watvögel) werden – zumal auch im Gülper See der Wasser­stand noch sehr hoch ist und die offenen Ufer­bereiche über­flutet sind.

31.08.2017: Der Sommer ist nun endgültig zu Ende – nicht nur an der Vege­tation ist das zu sehen (z.B. haben viele Pappeln bereits gelb­bräun­lich verfärbte Blätter), sondern auch in der Vogel­welt: Fast alle Arten haben ihre Brut­saison abge­schlossen, und die meisten Störche, Milane und Fisch­adler (um nur die auf­fallen­de­ren Arten zu nennen) sind abge­zogen. Dafür zeigen sich bereits viele Durch­zügler aus nordi­schen Brut­gebieten, wie z.B. die ersten Korn­weihen und natür­lich die bei den Orni­tho­logen so beliebten Limi­kolen (Wat­vögel). Die finden nun, nach­dem endlich das Wasser zurück­geht, gute Bedin­gungen, um sich auf einer Rast in den vormals über­schwemm­ten Wiesen und Ufer­berei­chen zu stärken. Besonders viele sind es z.Z. auf den Rhin­wiesen zwischen Rhinow und Kietz; hier suchen neben hunderten Kiebitzen u.a. zahl­reiche Sand­regen­pfeifer, Bekas­sinen und Kampf­läufer nach Nahrung im frei­gewor­de­nen Schlick, dazu über 100 Schaf­stelzen. Auch am Gülper See wird das Südufer allmäh­lich wieder frei, ist aller­dings meist von den Grau­gänsen besetzt, deren Zahl inzwischen wieder die Zehn­tausender-Marke über­schritten hat. Nur am Morgen und frühen Vor­mittag bzw. gegen Abend, wenn die meisten Gänse auf den Feldern und Wiesen äsen, hat man am Seeufer die Chance, auch etwas anderes zu ent­decken. Die vielen Silber­reiher (jetzt schon wieder über 100) und die abends zum Über­nachten an der üblichen Stelle bei Prietzen ein­fliegenden Krani­che sind auf jeden Fall gut zu sehen. Die Zahl der Kraniche ist mit ca. 300 übrigens für die Jahres­zeit recht niedrig; vermut­lich haben die kräftigen Regen­fälle des vergan­ge­nen Spät­som­mers auch anderswo attrak­tive Schlaf­plätze geschaffen.

24.09.2017: Es wird wieder laut am See; in den letzten Tagen sind viele „nor­dische“ Kraniche ange­kommen (also welche aus Polen und dem Baltikum), die hier Zwischen­station machen und abends zum Gülper See kommen, um dort auf dem „tradi­tio­nellen“ Schlaf­platz zu über­nachten. Auch die erste Staffel nor­discher Gänse ist nun endlich ange­kommen – deutlich später als sonst. Besonders gestern trafen zahlreiche Gänse­trupps ein; viele tausend Saat­gänse und viele hundert Bläss­gänse sind es inzwischen wieder, die sich zu den über 10.000 Grau­gänsen gesellen, die hier seit dem Spät­sommer rasten.