Aktuelles im 1. Quartal 2016

05.01.2016: Der seit drei Tagen herrschende Dauer­frost (bei kräf­tigem Ost­wind) hat nun die Verhält­nisse komplett umge­krempelt: In der Großen Graben­niede­rung sind alle Über­schwem­mungs­flächen und Gräben völlig vereist; dement­sprechend halten sich hier auch keine Gänse und Schwäne mehr auf. Dafür lassen sich nun noch mehr Bussarde (darunter auch mehrere nordische Raufuß­bussarde) und Korn­weihen bei ihrer Jad nach Beute beob­achten. Auch der Gülper See ist bis auf kleine Löcher weit­gehend zuge­froren; hier über­nachten aber immer noch viele Gänse, wie die zahl­reichen Kot­häuf­chen auf dem Eis zeigen. Heute Mittag waren auch über 10 See­adler zu beobachten, die sich um ein Beute­stück auf dem Eis scharten (vermut­lich eine Gans).

29.01.2016: Dieser Winter fällt von einem Extrem ins andere: Nach der ersten Frost­periode Anfang Januar gab es eine milde Phase, die erneut von einer Woche mit stren­gem Frost abgelöst wurde – und nun ist es seit einer Woche wieder so mild, dass sogar das Eis auf den Seen und Über­schwem­mungs­flächen weg­getaut ist. Viele Gänse sind zurück­gekehrt (besonders die Weiß­wangen­gänse, die offen­sicht­lich von der letzten Kälte­welle ver­trieben worden waren), und auch deutlich mehr Sing­schwäne sind wieder in der Region zu sehen. Allerdings noch nicht in der Großen Graben­niede­rung; dafür stehen z.B. auf einem Raps­acker bei Rhinow tagsüber fast 300.

23.02.2016: Zumindest in der Vogelwelt geht der (bisher meist sehr milde) Winter zu Ende: Viele hundert Kiebitze und Stare rasten auf den Feldern und Wiesen (dazwi­schen sind hier und da auch mal einige Gold­regen­pfeifer zu ent­decken), die ersten Krani­che haben ihre Reviere besetzt, die Feld­lerchen ziehen, und wie immer um diese Zeit rasten viele tau­send Bläss­gänse in der Region, vor allem in den Havel­wiesen und in der Großen Graben­niede­rung, dazu inzwischen deutlich über 1000 Weiß­wangen­gänse. Auch Sing­schwäne sind noch da, aller­dings nach wie vor nicht in der Graben­niede­rung; zumin­dest tags­über halten sie sich alle auf irgend­welchen Raps­äckern auf (z.B. zwischen Rhinow und Stro­dehne). – Nachtrag 25.02.: Der Abzug der Sing­schwäne hat offen­sicht­lich begonnen – zumindest in der Umgebung des Gülper Sees sind nur noch wenige kleine Grüpp­chen anzu­treffen.

18.03.2016: Nach dem ziemlich trockenen Winter gab es auch im bis­herigen Früh­jahr kaum Regen – die ohnehin schon niedrigen Wasser­stände beginnen nun deut­lich zu fallen, und durch die Niede­rungen weht schon wieder der typisch modrige Geruch der trocken­fallenden Über­schwem­mungs­flächen. Und das bereits Mitte März! Größere Wasser­flächen gibt es in der Großen Graben­niede­rung nur noch dank der abfluss­losen Senken und in der Havel­niede­rung nur noch ober­halb mancher Stau­stufen (z.B. Grütz). Hier sammeln sich allmählich immer mehr Enten (v.a. Spieß- und Pfeif­enten), während viele Bläss­gänse bereits abgezogen sind; die Weiß­wangen­gänse (mehrere tausend insge­samt) bleiben wie immer noch ein wenig länger. Ansonsten ist der Vogel­zug im vollen Gange – zahlreiche Heim­kehrer sind bereits zu beob­achten (darunter auch der erste Weiß­storch in Hohen­nauen), und der Gülper See ist immer wieder für Überra­schungen gut (zuletzt eine Eisente und mehrere Berg­enten). Dafür tut sich bei den Amphi­bien noch nicht viel – die Nächte sind einfach noch zu kalt.