Aktuelles im 2. Quartal 2015

15.04.2015: Die kräftigen Regenfälle vor zwei Wochen haben die Pegel­stände nur kurz­fristig ein wenig angehoben – inzwi­schen sind sie bereits wieder gefallen, und in der Havel­aue gibt es nur noch an wenigen Stellen ober­halb der Wehre (besonders bei Grütz und Havel­berg) nennens­werte Über­schwem­mungs­flächen. Hier konzen­trieren sich nun die auf dem Weg in die nordi­schen Brut­gebiete bei uns rasten­den Enten, ebenso wie in der Großen Graben­niede­rung, wo sich eben­falls noch größere Wasser­flächen halten. Das ganze „Sorti­ment“ an Gründel­enten (Anas-Arten) lässt sich beob­achten; besonders häufig sind z.Z. Krick- und Löffel­enten. Außer­dem halten sich in der Graben­niede­rung nun wieder über 200 Kraniche auf. Bei genauem Hinsehen ist zu erkennen, dass es sich bei den meisten um höch­stens 3-jährige handelt, es ist also gewisser­maßen ein Trupp von „Jung­gesellen“.

04.05.2015: Bei den Wasserständen hat sich die Situation kaum verändert: Die Havel­pegel sind für die Jahres­zeit weiter­hin eher niedrig, und nur kurz vor Havel­berg gibt es noch größere Überschwemmungsflächen. In der Großen Graben­niede­rung halten sich – auch dank des kräftigen Regens der letzten Tage – noch stellen­weise ausge­dehnte, wenn auch meist sehr flache Lachen. Hier sind nun die meisten Enten abge­zogen, lediglich Schnatter­enten sind noch zu einigen Dutzend zu sehen. Dafür ist jetzt die Zeit der auf dem Heim­weg rastenden Limi­kolen (Wat- oder Schnep­fen­vögel), die gerade solche Flach­wasser­zonen brauchen. Vor allem Kampf­läufer, Grün­schenkel und Bruch­wasser­läufer lassen sich zur Zeit beobachten, dazu auch der eine oder andere Dunkle Wasser­läufer. Vom Gülper See wurden in den letzten Tagen einige Selten­heiten gemeldet, wie z.B. Stelzen­läufer oder Stein­wälzer.

31.05.2015: Auch die Zeit der auf dem Heimzug rastenden Limi­kolen (Wat­vögel) geht nun zu Ende – momentan sind es haupt­säch­lich noch die hoch­nordi­schen Sand­regen­pfeifer, die sich am Südufer des Gülper Sees auf­halten, wo sie nur mit Hilfe eines Spektivs von den ein­heimi­schen Fluss­regen­pfeifern zu unterscheiden sind. Ansonsten lassen sich nun vor allem See­schwalben beob­achten – am See in erster Linie Fluss- und Trauer­see­schwal­ben. Auch in der noch teil­weise über­schwemm­ten Havel­aue kurz vor Havel­berg wurden für die Trauer­see­schwal­ben wieder Nist­hilfen ausgebracht. Und auf der anderen Stra­ßen­seite, im flach über­stauten Polder Pieren­graben, siedeln sich gerade wieder einige Paare Weiß­bart-See­schwal­ben in der Lach­möwen­kolonie an, wo sich mit viel Geduld auch die hier eben­falls nisten­den Schwarz­hals­taucher entdecken lassen, die leider meist von der aus dem flachen Wasser ragenden Vege­tation verdeckt sind. Unter­dessen halten sich in der Großen Graben­niede­rung nach wie vor zahl­reiche nicht­brütende Kraniche auf.

29.06.2015: Steigende Temperaturen, fallende Pegel – nach dem bisher eher herbst­lichen Wetter scheint der Sommer nun doch noch zu kommen. Die Große Graben­niede­rung ist weit­gehend trocken­gefallen, hier lassen sich haupt­sächlich noch Grau­gans-Fami­lien, Krani­che und Kiebitze beobachten. Auch im Gülper See ist der Wasser­stand wieder zurück­gegangen und hat am Südufer stellen­weise Sand- und Schlick­streifen frei­gelegt – pünkt­lich zum begin­nenden Weg­zug der Limi­kolen (Wat­vögel). Neben zahl­reichen Kampf­läufer-Männ­chen sind es v.a. Grün­schenkel und junge Rot­schenkel. Mindestens 10 Fluss­regen­pfeifer sind über das gesamt Südufer verteilt; bisher gibt es aber leider keinen Hinweis auf eine Brut. Dafür haben von den 10 jungen Brand­gänsen immerhin sieben überlebt; inzwi­schen sind sie nahezu ausge­wachsen, aber immer noch mit den Eltern unter­wegs.