Aktuelles im 4. Quartal 2014

01.10.2014: Heute war offensichtlich Gänse­zugtag: Nach­dem ich schon zuhause (in Gülpe) den ganzen Nach­mittag über nahezu pausen­los Saat- und Bläss­gänse gehört und auch immer wieder welche, teil­weise sehr hoch, in west- bis süd­west­licher Rich­tung über­fliegen gesehen hatte, bin ich gegen 18 Uhr noch zum See gefahren und konnte dort ein über­wälti­gen­des Schau­spiel erleben: Nicht nur der ganze Horizont von West über Süd bis Ost war voller Gänse­ketten, sondern auch die Luft über dem See war bis in große Höhe voller Gänse, die offen­sichtlich gerade von ihrer Reise aus NW-Russland ange­kommen waren und sich langsam zum See absinken ließen – und das bis in die Dämme­rung hinein. Auch akustisch war das – zusammen mit den tausen­den von Krani­chen, die ebenfalls zum Über­nachten kamen – ein unbe­schreib­liches Erlebnis!

14.10.2014: Die Zahl der Gänse ist wieder etwas zurück­gegangen, aber über 50.000 sind es sicher­lich, die noch immer auf dem Gülper See über­nachten. Der Anteil der Bläss­gänse ist inzwi­schen deut­lich gestiegen, aber noch sind die Saat­gänse in der Über­zahl. Bei den Krani­chen dürfte wohl der Höhe­punkt erreicht sein; weit über 5.000 ver­bringen die Nächte im See, die meisten im Bereich des Ostufers. Unter­dessen rasten auch immer mehr Enten auf dem See; ihre Bestim­mung ist, da viele noch im Schlicht­kleid sind, oft nicht ganz einfach. Beson­ders häufig sind zur Zeit Reiher-, Pfeif- und Krick­enten; seltener lassen sich dazwi­schen andere Arten ent­decken wie Spieß- oder Löffel­ente. Auch die ersten Schell­enten sind jetzt da.

20.10.2014: Für mich sind sie immer die ersten „Winter­boten“: Die ersten Sing­schwäne konnte ich heute am Gülper See beob­achten. Als kleine Über­raschung war auch eine kleine Zwerg­schwan-Familie dabei (Zwerg­schwäne sind hier erheb­lich seltener als Sing­schwäne). Auch die ersten Zwerg- und Gänse­säger wurden bereits gemeldet. – Die Zäh­lung der Krani­che am letzten Wochen­ende ergab einen neuen Rekord: Etwa 11.000 hatten in der Nacht von Sams­tag auf Sonn­tag hier über­nachtet – jetzt wieder fast alle vor der Priet­zener Land­zunge. Der mor­gend­liche Auf­bruch war geradezu atem­berau­bend!

26.10.2014: Seit einigen Tagen ziehen die Krani­che – es scheinen aber wohl haupt­sächlich Vögel aus weiter östlich liegen­den Rast­ge­bieten zu sein, denn die heutige Zäh­lung am Gülper See ergab trotzdem noch an die 10.000, die dort über­nachtet haben. Dagegen ist die Zahl der Gänse nun deutlich zurück­gegan­gen, hier sind also tat­säch­lich die meisten weiter­gezogen. Und da die ver­blie­benen – immer noch einige tausend – bei dem meist trüben Wetter tags­über auf den Feldern und Wiesen bleiben, „gehört“ der See nun den rasten­den Enten, die sich dadurch auch besser beob­achten lassen.

02.11.2014: Man könnte sagen, die „Saison klingt aus” – es ist ruhig geworden am Gülper See. Nach­dem vor einer Woche bereits viele Gänse weiter­ge­zogen waren, sind nun die Krani­che dran und haben offen­sicht­lich die beiden sonnig-warmen Tage mit guter Ther­mik genutzt: Heute Abend waren es kaum noch mehr als 1.000, die zum Über­nachten an den See kamen.

06.12.2014: Die erste Frostperiode dieses Winters ist schon wieder vorbei. Als „Nach­wirkung“ ist der Gülper See noch weit­gehend zuge­froren – trotz­dem dient er vielen Gänsen und Sing­schwä­nen als Schlaf­platz. Jetzt wird dafür haupt­sächlich die kleine eis­freie Stelle im Osten genutzt; zuvor über­nach­teten sie offen­sicht­lich auf dem Eis, worauf die zahl­reichen Kot­häuf­chen hin­weisen.

08.12.2014: Das Eis war wohl nicht dick – der Gülper See ist wieder völlig eis­frei. Und da die Wasser­stände in der Havel nied­rig sind und es des­halb noch kaum Über­schwem­mungs­flächen in Havel­aue und Großer Graben­niede­rung gibt, ist jetzt der See das Über­nach­tungs­ge­wässer für Gänse und Sing­schwäne.

23.12.2014: Passend zum stürmi­schen Wetter wird der Gülper See gerade von auf­fallend vielen Sturm­möwen bevöl­kert. Unter­dessen steigt in der Großen Graben­niede­rung all­mäh­lich das Wasser, und die ersten Flä­chen sind flach über­flutet. Das nutzen nicht nur viele Gänse (vor allem Bläss­gänse) zur Über­nach­tung, sondern hat auch die ersten Sing­schwäne angelockt – knapp 80 waren es heute Nach­mit­tag. Wäh­rend­dessen verbringen über 300 ihrer Art­ge­nossen die Tage auf einem Raps­acker östlich von Stro­dehne. – Im Bereich des Hügels „Grabow“ (nodwestlich von Parey) halten sich seit Wochen bis zu vier Sumpf­ohreulen auf, die man mit etwas Glück abends im Schein­werfer­licht sehen kann.