Aktuelles im 1. Quartal 2014

26.01.2014: Nachdem der Winter lange Zeit sehr mild war und infolge dessen immer noch etliche tau­send Gänse hier­ge­blieben waren (in der Großen Graben­niede­rung allerdings zuletzt unge­wöhn­lich wenig Sing­schwäne), ist es nun doch noch „richtig“ winter­lich geworden; gestern und heute stiegen die Tempe­raturen nicht mehr über -10°. Nicht nur der Gülper See ist zuge­froren; auch die Gülper Havel, die meist am längsten offen bleibt, ist bereits bis auf einige schmale Rinnen vereist. Es ist still geworden – nur wenige Gänse und Sing­schwäne halten sich in der Havel­aue bei Gülpe auf.

09.02.2014: Der kurze und heftige Winter scheint schon wieder vorbei zu sein – seit vier Tagen ist es frost­frei, und vor­gestern lag die Höchst­tempe­ratur bereits bei 12°C. Der Gülper See ist aber immer noch weit­gehend zuge­froren, während sich in den wenigen Über­schwem­mungs­flächen der Havel­aue die ersten kleinen eis­freien Stellen zeigen. Bei Gülpe erschienen heute wieder die ersten Sing­schwäne, wenn auch bisher nur eine Familie mit vier Jungen. Eine größere Gruppe von etwa 200 Sing­schwänen hält sich schon seit Wochen auf einem Raps­acker nord­westlich von Rhinow auf, zusammen mit rund 100 Höcker­schwänen. Auf dem selben Acker saßen heute auch etliche hundert Bläss- und Saat­gänse, während den ganzen Mittag und Nach­mittag nahezu pausenlos Gänse aus den west­deutschen und nieder­ländischen Über­winte­rungs­gebieten die Havel aufwärts geflogen kamen. Auch der Heim­zug der Krani­che hat inzwi­schen begonnen.

13.02.2014: In den letzten Tagen hat sich der Zuzug von nordi­schen Gänsen fort­ge­setzt; vor allem in der Havel­aue und in der Großen Graben­niede­rung (wo die Über­schwem­mungs­flächen all­mäh­lich auftauen) halten sich jetzt tausende Gänse auf, vor allem Bläss- und Weiß­wangen­gänse. Dagegen machen sich die Sing­schwäne in diesem Bereich weiterhin rar.

20.02.2014: Die „Frühjahrs-Gänse-Hoch­saison“ ist da – viele tausend nor­dische Gänse bevöl­kern wieder die Untere Havel. Wenn man an der rich­tigen Stelle steht (z.B. in der Großen Graben­niede­rung), scheint rund­herum schlicht­weg alles voller Gänse zu sein. Völlig unmög­lich, sie zu zählen (auch weil sie ständig in Bewe­gung sind), aber in der Großen Graben­niede­rung und der an­grenzen­den Havel­aue dürften min­des­tens 10.000 unter­wegs sein. Die meisten sind natür­lich – wie immer um diese Zeit – Bläss­gänse, aber ich schätze, dass auch mindes­tens 3.000 Weiß­wangen­gänse dabei sind, was einen neuen Gebiets­rekord bedeuten würde. Auch weit über 1.000 Kie­bitze rasten in den Wiesen, dazwi­schen zahlreiche Stare und manch­mal auch einige Gold­regen­pfeifer.

15.03.2014: Das warme Vor­frühlings­wetter macht sich bemerk­bar: Viele Bläss­gänse haben sich bereits auf den Weg zu ihren nächs­ten Zwischen­rast­plätzen in Russ­land gemacht – eine bis zwei Wochen früher als sonst. Und während noch nordi­sche Krani­che durch­ziehen, brüten bereits manche ihrer hiesigen Art­ge­nossen, ebenso wie auch die ersten Grau­gänse. Anderer­seits sind wegen der bisher nach wie vor kalten Nächte noch kaum Amphi­bien unterwegs. Wirkung zeigt auch der extrem trockene Witte­rungs­verlauf dieses Winters und Vor­frühlings: Der Wasser­stand in der Großen Graben­niede­rung ist etwa so wie sonst Ende April, auch der Havel­pegel steht für die Jahres­zeit unge­wöhn­lich niedrig. Ein Winter­hochwasser hat es prak­tisch nicht gegeben.

26.03.2014: Der wenig ergiebige Regen der letzten Tage hat doch ausge­reicht, um die wasser­gefüllten Senken in der Großen Graben­niede­rung wieder etwas „aufzu­füllen“. So tummeln sich hier jetzt wieder tausende von Enten – das kom­plette Gründel­enten-„Sorti­ment“ ist nun, nach Ankunft der ersten Knäk­enten, versam­melt; am häufig­sten die Krick­enten, gefolgt von Pfeif- und Löffel­enten. Viele Grau­gänse brüten bereits, ebenso wie die ersten Kiebitze, während deren nordi­sche Ver­wand­ten inzwischen alle weiter­gezogen sind. Bei den nordi­schen Gänsen sieht es ähnlich aus: Nur noch ein paar hundert Weiß­wangen­gänse sind da und kaum noch Bläss­gänse. – Unter­dessen haben die Moor­frösche die milden Nächte für die Wande­rung zu den Laich­plätzen genutzt und sind jetzt wieder aus vielen Über­schwem­mungs­flächen zu hören. Und in Gülpe steht der erste Weiß­storch auf dem Horst.

31.03.2014: Es ist „Enten-Hochsaison“ – die Große Graben­niede­rung ist voller Enten. Während die Zahl der Pfeif­enten allmäh­lich zurückgeht, sind es bei den Löffel­enten noch deut­lich mehr geworden, es könnten inzwi­schen durch­aus über 2000 sein. Auch die anderen Gründel­enten (außer Stock- und Knäk­ente) sind noch sehr zahlreich, beson­ders Krick- und Spieß­enten. Unter­dessen hat das warme Wetter der letzten Tage nicht nur die ersten Fisch­adler, sondern auch geradezu einen „Schwall“ an Weiß­störchen mit­gebracht; die meisten Horste sind jetzt besetzt. Schwarz­störche wurden dagegen noch keine beob­achtet. Auch Rothals­taucher sind in der Graben­niederung noch nicht aufge­taucht (viel­leicht ist ihnen das Wasser zu flach?), während sie im Polder Trüben­graben (zwischen Jederitz und Havel­berg) bereits laut­stark balzen.