Aktuelles im 4. Quartal 2013

02.10.2013: „Hochsaison“ am Gülper See: Deut­lich über 50.000 Gänse über­nachten hier zur Zeit, dazu meh­rere tau­send Krani­che. Da der­zeit die meis­ten Äsungs­plätze in nörd­licher bis öst­licher Rich­tung und die Kranich­schlaf­plätze am Ost- und Nordrand des Sees liegen, ist der beste Platz zum Beobachten des morgendlichen Ab- oder des abendlichen Einflugs beim Schöpf­werk am Bären­graben, nord­östlich des Sees. Auch in der Großen Graben­niede­rung zwi­schen Wolsier und Parey sam­meln sich abends an die 2.000 Krani­che.

Kraniche am Schlafplatz14.10.2013: Die ganz großen Gänse­schwärme sind wohl jetzt durch, aber immer noch halten sich mehrere 10.000 Saat- und Bläss­gänse im Gebiet auf. Die meisten ver­bringen die Nacht auf dem Gülper See, einige (v.a. Bläss­gänse) aber auch in der Großen Graben­niede­rung, wo es immer noch etliche größere Lachen gibt. Hier ist jetzt auch mit mindestens 3.000 Krani­chen der größte Schlaf­platz in der Umgebung, nach­dem im See selbst der Wasser­stand nach den starken Regen­fällen weiter ange­stiegen ist und dort kaum noch welche über­nachten. Unter­dessen sind auch die ersten Sing­schwäne ange­kommen, und in der Großen Graben­niede­rung lassen sich nun wieder Raufuß­bussarde beob­achten.

20.10.2013: Freitag und gestern zogen hier etliche Krani­che durch, und gestern wurde auch aus anderen Gegen­den Deutsch­lands starker Vogel­zug gemeldet – nicht nur von Krani­chen. In der Großen Graben­niede­rung konnte ich heute früh nicht einmal mehr 500 Krani­che zählen, dem­nach hat offen­sicht­lich auch im West­havel­land – unge­wöhn­lich früh – der Abzug begonnen. Dafür über­nachten in der Graben­niede­rung inwischen tausende Bläss­gänse; auch tags­über sind hier viele zu beob­achten, wie auch mit etwas Glück den einen oder anderen Sing­schwan.

30.10.2013: In der Großen Grabenniederung sind inzwi­schen wieder etwas mehr Krani­che – die Zählung am Schlaf­platz letzten Sonn­tag ergab immer­hin noch einmal etwa 900. Auf dem Gülper See ist es dagegen deut­lich ruhiger geworden; tags­über halten sich hier kaum noch Gänse auf, und auch zum Über­nachten kommen keine 10.000 mehr. Umso mehr fallen jetzt die vielen Enten auf, z.Z. sind es vor allem Pfeif-, Reiher- und Tafel­enten. Ein genau­eres Durch­mustern der Enten­trupps oder auch des ganzen Sees kann sich lohnen, denn um diese Jahres­zeit tauchen hier öfter „Selten­heiten“ auf; heute bei­spiels­weise war es ein Stern­taucher.

15.11.2013: Es ist wieder ruhig geworden. Nach­dem am vergan­genen Wochen­ende noch einmal zahl­reiche Krani­che weggezogen sind, sind hier an der Unteren Havel nur noch wenige „übrig­geblie­ben“. Auch Gänse sind nicht mehr viele da, ein paar tausend mögen es noch sein. Nach wie vor gibt es in der Großen Graben­niede­rung etliche Wasser­lachen, die von tausenden nordischer Gänse (besonders Bläss­gänse) zum Über­nachten genutzt werden; auch einzelne Sing­schwäne lassen sich manch­mal zwischen den Höcker­schwänen entdecken. Auf dem Gülper See rasten weiterhin sehr viele Enten, wobei zur Zeit Pfeif-, Reiher- und Löffel­enten domi­nieren. Zwi­schen den etwa 100 Gänse­sägern kann man mit einiger Geduld auch einen Mittel­säger ent­decken.

26.11.2013: In der Großen Graben­niede­rung ist es wieder recht still geworden, nach­dem der Frost der vergan­genen Nächte die Wasser­flächen hat zufrieren lassen und hier keine Gänse mehr über­nachten. Dafür ist der Gülper See jetzt wieder zum Haupt­schlaf­platz für die immer­hin noch über 3.000 nordi­schen Bläss- und Saat­gänse geworden. Immer noch rasten hier außer­dem mehrere tausend Enten – außer der Knäk­ente alle Anas-Arten („Gründel­enten“) und außer der Spieß­ente in größerer Anzahl; beson­ders häufig sind gerade Pfeif-, Krick- und Schnatter­enten. Dazu natür­lich auch Tauch­enten, besonders Reiher- und Schellenten, und mit etwas Geduld und Glück (und einem Spektiv) kann man auch mal die eine oder andere „Rarität“ entdecken, wir z.B. heute fünf Samt­enten.

13.12.2013: Es ist wieder soweit: Über 100 Sing­schwäne halten sich bereits in der Großen Graben­niederung auf. Der Wasser­stand ist hier wieder ziem­lich hoch, und das eher milde Wetter der letzten Woche hat das Eis schmel­zen lassen und damit erneut über tausend nordi­sche Gänse (haupt­sächlich Bläss­gänse) angelockt, dazu jetzt auch viele hundert Pfeif­enten. Auf dem Gülper See geht dagegen die Zahl der Enten allmäh­lich zurück, aber immer noch sind es etliche hundert, vor allem Pfeif-, Stock-, Schell- und Reiher­enten, dazu über hundert Gänse­säger.

22.12.2013: Neues von den Sing­schwänen: Gestern konnte ich ins­gesamt etwa 300 zählen. In der Großen Graben­niede­rung waren es „nur“ etwa 70 (wobei noch einige hinter Alt­schilf ver­borgen sein mögen), dazu kamen noch einmal etwa 30 in der Havel­aue gegenüber Molken­berg. Etwa 200 konnte ich außerdem in der Feld­flur bei Schön­holz und Witzke entdecken – die meisten saßen im Raps. Während sie hier bestens – ohne störende Vegetation – zu sehen sind, sind in der Graben­niede­rung leider oft die Pflanzen im Weg. Dafür ist dort der Gesamt­eindruck viel stim­mungs­voller, da nicht nur die Schwäne, sondern auch tau­sende Bläss­gänse und hun­derte Pfeif­enten mit ihren Rufen eine beson­dere Atmo­sphäre schaffen. Auch andere Winter­gäste wie etwa Berg­hänf­linge und Berg­finken lassen sich dort beob­achten, dazu – heuer leider nur selten – auch mal eine Korn­weihe oder ein Rau­fuß­bussard.