Aktuelles im 3. Quartal 2012

24.07.2012: Nachdem zwischen­zeitlich der Gülper See bei niedrigem Wasserstand ein Paradies für Limikolen war, steht das Wasser nach den reichlichen Regenfällen wieder so hoch, dass die großen Schlick- und Sandflächen wieder auf schmale Streifen geschrumpft sind – was immerhin für einige Kampf­läufer und Fluss­ufer­läufer reicht. Nord­west­lich der Prie­tzener Wind­mühle lässt sich gerade eine Fluss­regen­pfei­fer-Familie mit zwei Jungen beob­achten. Unter­dessen sam­meln sich die Krani­che der Region bereits wieder zum Über­nach­ten in der Großen Graben­niede­rung. – Bei den Schmet­ter­lin­gen ist auch dieses Jahr wieder alles ganz anders: Die Feuer­falter und der Schwal­ben­schwanz bei­spiels­weise sind auf­fallend selten, während etwa Zitro­nen­falter und Brau­ner Wald­vogel beson­ders zahl­reich fliegen.

19.08.2012: Viele Störche, vor allem die Jung­vögel, sind bereits abge­zogen, aber das Paar vom Gülper Kirch­turm harrt noch aus. Unter­dessen ist im Gülper See das Wasser wieder so weit gefallen, dass die Krani­che – inzwi­schen brereits an die 300 – im Wasser ste­hend über­nach­ten können. Die meis­ten stehen am Ost­ufer, nur wenige am „tradi­tio­nellen“ Schlaf­platz bei Prietzen. Das zurück­gehende Was­ser gibt auch wieder am Süd­ufer größere Schlick­flächen frei, was einige Limi­kolen anlockt, u.a. ver­schie­dene Strand­läufer (darunter heute ein Knutt) und immer noch viele Kampf­läufer. Wie immer um diese Zeit steigt die Zahl der Silber­reiher kräftig an und liegt jetzt bei etwa 50.

23.08.2012: Die meisten Weiß­störche sind jetzt abge­zogen – dafür werden es immer mehr Krani­che. Heute Abend waren es bereits etwa 400, die zum Über­nach­ten an den See kamen. Dies­mal such­ten sie wieder ihren „tradi­tio­nel­len“ Schlaf­platz bei Prietzen auf. Unter­dessen hält sich auf der Land­zunge vor dem großen Beob­ach­tungs­turm am Süd­ufer immer noch der Knutt auf, dazu seit gestern auch ein Stein­wälzer. Die Zahl der Grau­gänse hat inzwischen ihren Höhe­punkt erreicht, sie dürfte über 10.000 liegen.

02.09.2012: Es wird herbstlicher – die Nächte sind manch­mal schon sehr frisch, die Stör­che sind weg, und die Zahl der Krani­che steigt stetig. Inzwi­schen sind es etwa 600, die abends zu ihrem Schaf­platz im Gülper See bei Prie­tzen kommen. Seit gestern ist auch die Zahl der Pfeif­enten sprung­haft ange­stiegen, nach­dem es bisher nur wenige waren. Auf den breiten Schlick­flächen am Süd­ufer sind immer einige Limi­kolen zu beobachten, beson­ders regel­mäßig z.Z. Sand­regen­pfeifer, Kampf­läufer, Alpen­strand­läufer und zwei Knutts. Abends kommt immer ein ein­zelner Großer Brach­vogel auf die Land­zunge vor dem großen Beob­ach­tungs­turm (in dem es jetzt übri­gens ein Beob­ach­tungs­buch gibt).

10.09.2012: So schnell kann es sich ändern: Am Sams­tag waren es gerade mal vier, gestern schon über 500, und heute war das ganze Süd­ufer des Gülper Sees voll von Kie­bitzen – sicherlich noch deut­lich mehr als 500. Ansons­ten ist hier jetzt „Strand­läufer­zeit“ – unter den Limi­kolen domi­nieren inzwi­schen ein­deutig die Strand­läufer. In erster Linie sind es natür­lich die Alpen­strand­läufer, daneben können aber auch Sander­linge, Sichel- und Zwerg­strand­läufer beob­achtet werden, und die beiden Knutts sind auch immer noch da. Auch einige Sand­regen­pfeifer raste­ten gestern wieder am Süd­ufer, wäh­rend es bei den Kampf­läufern nur noch ein paar Nach­zügler waren. – Die Enten werden all­mäh­lich immer mehr; nach­dem die Reiher­enten die „Herbst­zugs-Saison“ eröff­net hatten, sind nun Krick-, Löffel- und Pfeif­enten in größe­rer Zahl zu sehen (übri­gens noch weit­gehend im Schlicht­kleid, es bietet sich also ein inte­res­santes Übungs­feld im Enten-Bestim­men :-) Eine Beson­der­heit sind die 13 Kolben­enten, die sich leider meist in der Nord­ost­ecke des Sees auf­halten und dort schlecht zu sehen sind. Die Zahl der über­nach­tenden Krani­che steigt stetig an und nähert sich all­mäh­lich der Tausen­der­marke, und heute kamen die ersten Saat­gänse aus dem hohen Norden an.