Aktuelles im 2. Quartal 2012

04.04.2012: Gestern hielten sich auf den Wiesen und Äckern nördlich des Gülper Sees noch über 100 Bläss­gänse und etwa 20 Saat­gänse auf, dazu min­des­tens 200 Kra­niche – sehr wahr­schein­lich wie die Gänse Gäste aus dem Nor­den, die auf ihrem Heim­zug eine Rast ein­gelegt haben. Die Fisch­adler lassen sich hier immer wieder dabei beob­achten, wie sie auf einem Zaun­pfahl sitzend einen Fisch ver­zehren. – Unter­des­sen ist der Wasser­stand im See kräftig ge­fallen; die sonst um diese Zeit noch flach über­flute­ten Wiesen im Süd­osten sind bereits nahezu trocken, und am Süd­ufer erschei­nen schon die ersten schma­len Schlick­streifen. – Der junge Stein­adler (der übri­gens aus Est­land stammt) wurde am Wochen­ende erneut in der Großen Graben­niede­rung gesehen.

05.04.2012: Auch in der Großen Graben­niede­rung rasten noch recht viele nordische Gänse: über 500 Weiß­wangen­gänse und über 300 Bläss­gänse konnte ich heute Nach­mittag noch beob­achten, dazu tau­sende von Gründel­enten (vor allem Pfeif-, Löffel- und Spieß­enten) und 10 See­adler. In der Havel­aue west­lich davon rief das erste Tüpfel­sumpf­huhn.

20.04.2012: Nachdem er einige Zeit lang nicht mehr gesehen worden war, ist der Stein­adler nun erneut aus der Großen Graben­niede­rung gemeldet worden. Ich selber konnte ihn heute Vor­mit­tag nicht ent­decken, dafür aber wieder die vier Sichler, die sich hier jetzt bereits seit acht Tagen auf­halten. Für ihre Beob­ach­tung braucht man oft viel Geduld, weil sie sich gerne in höhe­rer Vege­ta­tion verstecken. Ansons­ten sind in der Niede­rung – neben immer noch hunder­ten Enten – nun viele Limi­kolen zu sehen, z.Z. vor allem Dunkle Wasser­läufer. Auch See­adler (meist unaus­ge­färbte) halten sich nach wie vor gerne hier auf.

04.05.2012: Das trockene Frühjahr – in Ver­bin­dung mit der warmen Witte­rung und dem Wind der letz­ten Tage – ließ in der Großen Graben­niede­rung große Flä­chen aus­trock­nen; hier steht jetzt nur noch in den tie­fe­ren Sen­ken Was­ser. Da­neben gibt es aber auch noch einige nasse Stel­len, die gerne von durch­zie­hen­den Limi­kolen (z.Z. vor allem dem Bruch­wasser­läufer) ge­nutzt werden. Die kräftige Süd­west­strömung brach­te einige sonst selten zu beob­ach­tende Vögel mit – mehrere Säbel­schnäb­ler und Stel­zen­läufer wurden gemel­det (ich selber habe sie leider ver­passt). Auch die ersten Admi­rale muss der Süd­west­wind her­geweht haben, denn den letzten Win­ter hätten sie hier un­mög­lich über­leben können. – Die ers­ten Orto­lane sind da und kön­nen z.B. an der Stra­ße zwischen Gül­pe und Prie­tzen beob­ach­tet werden. Am bes­ten sind sie mor­gens und vor­mit­tags zu finden, wenn sie singen.

16.06.2012: Nach längerer arbeits­bedingter Pause gibt es endlich mal wieder eine Meldung. Der Wasser­stand im Gülper See ist bereits ziem­lich niedrig, so dass am Südufer schon größere Sand- und Schlick­flächen frei geworden sind – gerade richtig zum begin­nenden Wegzug der Limi­kolen. Neben Kampf­läufern (noch im Pracht­kleid) war heute je ein Säbel­schnäbler und Stelzen­läufer zu beob­achten, außer­dem viele Trauer­seeschwalben und einzelne Fluss­seeschwalben (wobei die See­schwalben keine Durch­zügler sind, sondern am Nord­ufer brüten).

23.06.2012: Am Pierengraben südlich Havel­berg gibt es der­zeit viel zu sehen: In der immer noch flach über­stauten Niede­rung brüten mindes­tens 60 Lach­möwen- und über 25 Weiß­bart­seeschwal­ben-Paare. Dazwi­schen schwim­men mehrere fast erwach­sene Rot­hals­taucher und mindes­tens 5 Schwarz­hals­taucher-Paare mit ihren Jungen. Unter­dessen ist es auch am Gülper See nicht ganz uninte­ressant: Am Süd­ufer fliegen und rasten oft Fluss- und Trauer­seeschwal­ben, dazwi­schen heute auch zwei Zwerg­seeschwal­ben. An Limi­kolen halten sich auf den ausge­dehnten Sand- und Schlick­flächen neben Grün­schen­keln und Dunk­len Wasser­läufern gerade auch zwei Austern­fischer auf.