Aktuelles im 3. Quartal 2011

07.07.2011: Der Wegzug der Limikolen ist wieder im vollen Gange. Auf den gemäh­ten Wiesen sitzen allent­halben die Kie­bitze in kleinen und grö­ße­ren Gruppen, und am Gülper See, wo der gefal­lene Pegel am Süd­ufer Schlick­flächen frei­gelegt hat, rasten Kampf­läufer, Grün­schenkel und Dunkler Wasser­läufer. Bei den Libel­len haben Kleines Granat­auge, Braune Mosaik­jungfer und Blut­rote Heide­libelle den Hoch­sommer einge­läutet, bei den Schmet­ter­lingen Kaiser­mantel, Kleiner Schiller­falter und Schach­brett. Als kleine Besonder­heit hält sich in den Wiesen bei Parey zur Zeit eine weib­liche Wiesen­weihe auf.

22.08.2011: In diesem Sommer ist wieder alles anders. Dank der häufigen und reich­lichen Nieder­schläge haben wir inzwischen fast Hoch­wasser – die Havel ist stellen­weise aus­ge­ufert, ebenso wie der Gülper See, und zwi­schen Rhinow und Kietz stehen die Wiesen unter Wasser. Dem­ent­spre­chend sind am See, anders als sonst um diese Zeit, kaum Limi­kolen zu beob­achten. Auch die bereits meh­reren Dutzend Kraniche können nicht die Bucht bei Prietzen zum Über­nachten nutzen, sondern ver­schwin­den dazu in kaum einseh­baren Über­schwem­mungs­flächen östlich vom See. Wie sonst bevöl­kern dagegen wieder viele tausend Grau­gänse den See, während in der Graben­niede­rung zahlreiche Kiebitze rasten.

04.09.2011: Der Sommer ist endgültig vorbei – auch wenn es heute noch einmal spät­sommer­lich warm war. Ein untrüg­liches Zeichen dafür ist der volle Gülper See – voller Vögel natürlich (obwohl der Wasser­stand trotz sinken­der Pegel immer noch hoch ist). Die Grau­gänse geben nach wie vor „den Ton an“, aber inzwi­schen rasten hier auch tausende Enten unter­schied­licher Arten, wobei noch die Gründel­enten überwiegen (besonders Krick- und Stock­enten), sowie hunderte Hauben­taucher und dutzende Zwerg­taucher. Die Limikolen machen sich dagegen (wegen bisher nur kleiner Schlick­flächen) eher rar, ebenso die Kraniche, denen das Wasser noch zu hoch steht. – Wer lange genug aus­harrt, kann in der fort­ge­schrit­tenen Dämme­rung (ca. 20.30 Uhr) am Nord­ufer, etwa 1 – 2 km westlich des Schöpf­werks, ein beson­ders akustisch beein­dru­cken­des Spek­takel erleben: Inner­halb weniger Minuten kommen tausende von Grau­gänsen unter ohren­betäu­ben­dem Ge­schnat­ter von Norden auf den See geflogen.

14.09.2011: Pünktlich sind wieder die ersten Saat­gänse ange­kommen, und auch bei den Krani­chen gab es Zuwachs aus dem Norden (wenn auch ihre Zahl immer noch für die Jahres­zeit unge­wöhn­lich niedrig liegt). Da das Wasser im Gülper See nach wie vor zu hoch steht, ver­teilen sie sich zum Über­nach­ten auf kleine Über­schwem­mungs­flächen in der Um­gebung. Dasselbe gilt für die Rast der Limi­kolen; eine lohnende Stelle zum Beob­achten sind zur Zeit die über­schwemm­ten Rhin­wiesen nordwestlich von Rhinow, wo sich auch zahlreiche Grau­gänse, Krick­enten und Zwerg­taucher aufhalten. Unter­dessen hat auch die Brunft der Rot­hirsche wieder begonnen, die z.Z. abends in den Wiesen zwischen Rhinow und dem Gülper See beob­achtet werden kann.

27.09.2011: Am Gülper See herrscht wieder Hochsaison: Nach der Ankunft zahl­reicher nordischer Gänse in der letzten Woche sind es (zusammen mit den Grau­gänsen) bereits wieder mehrere zehn­tausend, die abends zum Über­nach­ten auf den See kommen. Wer den beein­drucken­den Einflug erleben möchte, muss sich etwas gedulden: Erst in der Dämme­rung, etwa ab 19:30 Uhr, geht es richtig los. Die meisten fliegen von Westen und Norden ein, günstige Beob­achtungs­plätze sind also z.B. beim Gahl­berg oder am Schöpf­werk. Die vielen Gänse lassen leicht über­sehen, dass auch bei den Enten gerade Hoch­betrieb herrscht: Beson­ders die Gründel­enten sind zu tausen­den vertreten; außer der Knäk­ente alle Arten, beson­ders häufig Löffel- und Pfeif­ente. Obwohl das Wasser weiter gefallen ist, über­nachten nach wie vor keine Kraniche auf dem See, sondern ver­teilen sich auf mehrere Schlaf­plätze in der Um­gebung, z.B. in der Dosse­niederung bei Rübe­horst oder in der west­lichen Großen Graben­niederung.

28.09.2011: Ein großer Teil der im Gebiet rasten­den Krani­che hält sich tagsüber im Bereich zwi­schen Stro­dehne und Rübe­horst auf; beson­ders zuver­lässig sind sie ca. 2 km östlich bis nord­östlich von Strodehne-Scheun­stelle anzutreffen.