Aktuelles im 4. Quartal 2010

03.10.2010: Diesmal verteilt sich alles etwas: Dank dem Dauer­regen des letzten Wochen­endes sind die Wasser­stände wieder deutlich gestiegen – und die Kraniche über­nachten wiederum nicht mehr auf dem Gülper See, sondern ver­teilen sich auf die zahl­reichen Wasser­flächen in den Feldern und Wiesen der wei­teren Um­gebung. Auch die nordi­schen Gänse ver­bringen nicht mehr alle die Nacht auf dem See; einige schlafen auch auf den Über­schwem­mungs­flächen der Havel­aue und der Großen Graben­niederung. Der abend­liche Einflug am See beginnt zur Zeit erst spät, mit der ein­setzen­den Däm­me­rung, und zieht sich bis in die Dunkel­heit hin. Die meisten Gänse kommen aus nörd­lichen und öst­lichen Richtungen, ein guter Platz zum Beob­achten ist also wieder das Schöpf­werk am Bären­graben. Die Morgen­dämme­rung ist ebenso eine gute Zeit zum „Gänse­gucken“, bevor sie wieder auf­brechen. An­sons­ten sind auf dem See jetzt tau­sende von Enten zu beob­achten; neben einigen Reiher- und Tafel­enten vor allem zahl­reiche Gründel­enten. Bis auf die Knäk­ente sind alle Arten vertreten, am häufigsten Pfeif-, Löffel- und Krick­enten.

12.10.2010: Die Wasserstände in der Havel­aue fallen wieder, sind aber immer noch recht hoch für die Jahres­zeit. In der Großen Graben­niede­rung nördlich der Brücke zwischen Wolsier und Parey ver­sam­meln sich zur Abend­dämme­rung mittler­weile mehrere tausend Kraniche.

23.10.2010: Südlich des Gülper Sees lassen sich immer noch bis zu 2000 Kraniche beob­achten – deut­lich mehr rasten jedoch zur Zeit in der Dosse­niederung, beson­ders südlich der Dosse und westlich von Rübe­horst.

26.10.2010: Wegen des gefallenen Havel­pegels über­nachten inzwi­schen wieder mehr Gänse auf dem See – auch scheint es noch­mal „Nach­schub“ aus den nordi­schen Brut­gebie­ten gegeben zu haben. Mittags sind hier aber­tausende Saat-, Bläss- und Grau­gänse zu beob­achten – selbst grobe Schät­zun­gen sind kaum möglich, es müssen mehrere 10.000 sein. Die immer­hin zu hun­der­ten anwesen­den Enten fallen dazwi­schen kaum noch auf; auch das Samt­enten-Pärchen, das sich hier schon seit über einer Woche aufhält, kann man dann nur mit Mühe ent­decken.

11.11.2010: Es ist wieder ruhiger geworden – ein großer Teil der Gänse und Kraniche ist weiter­gezogen. Immer­hin harren aber noch mehrere tausend nor­dische Gänse und mehrere hundert Kraniche aus und konzen­trieren sich nun an den „belieb­te­sten“ Stellen – die Gänse z.B. in der Großen Graben­niede­rung, die Kraniche vor allem in der Dosse­niede­rung nord­west­lich von Rhinow, wo inzwi­schen auch die ersten Sing­schwäne aufge­taucht sind. Unter­dessen ist der Gülper See voller Enten, darunter auch immer noch das Samt­enten-Pärchen.

05.12.2010: Wie schon der letzte fing auch dieser Winter mit Schnee und kräf­ti­gem Frost an. Rhin und Dosse sind weit­gehend vereist, ebenso die meisten vom Hoch­wasser über­schwemm­ten Flächen in der Havel­aue; der Gülper See ist bereits kom­plett zuge­froren. Südlich von Gülpe harren noch an die 1.500 nordische Gänse (v.a. Bläss­gänse) aus, die tagsüber auf den dank des Windes nur dünn ver­schnei­ten offenen Flächen äsen und die Nacht auf der nahen Gülper Havel verbringen, ebenso wie an die 50 Sing­schwäne.

16.12.2010: Nachdem es zwi­schen­durch kurzes Tau­wetter gab, hat uns der Winter wieder fest im Griff, mit Dauerfrost und über 10 cm Schnee. Und da der Schnee wiederum von kräftigem Wind verweht wurde, gibt es auch wieder Flächen mit dünner Schnee­decke, auf denen Gänse äsen können: östlich von Stro­dehne sind es mehrere tausend, vor allem Saat­gänse; südlich von Gülpe halten sich noch mehrere hundert Bläss­gänse auf. Zum Über­nachten stehen neben der Havel selbst nur kleine Abschnitte der Gülper Havel und wenige noch eisfreie Über­schwem­mungs­flächen in der Havel­aue unterhalb Strodehne zur Ver­fügung, ansonsten sind prak­tisch alle Gewässer wieder (oder noch) zuge­froren. – Nachtrag 21.12.: Durch den erneut gestiegenen Wasser­stand sind Fließ­gewässer wie Gülper Havel und Dosse wieder zumin­dest teil­weise eisfrei.