Aktuelles im 1. Quartal 2010

07.01.2010: 15 cm Schnee und kräftiger Frost – der Winter hat das Havel­land fest im Griff. Bei dieser Schnee­höhe haben die Gänse Schwie­rig­keiten, an ihre Nahrung zu kommen, daher sind die meisten inzwi­schen Richtung Westen auf­ge­brochen, nur noch wenige harren hier aus.

14.01.2010: Inzwischen ist noch mehr Schnee hinzu­gekom­men, es sind jetzt min­des­tens 20 cm. Trotz­dem halten sich in der Um­gebung von Hohen­nauen – neben dut­zen­den Höcker­schwänen – immer noch etwa 1.000 Grau- und Saat­gänse auf (dazu einige wenige Sing- und Zwerg­schwäne); hier hat der heftige Wind des vergan­genen Wochen­endes den Schnee stellen­weise soweit weg­geweht, dass es zumin­dest auf einigen Raps­feldern nicht ganz so mühsam ist, an Nahrung zu kommen. Und da wegen des nur leichten Dauer­frostes die Havel noch weit­gehend eis­frei ist, ist auch die Über­nach­tung kein Problem.

26.01.2010: Durch den anhaltend starken Frost (heute der 5. Tag in Folge mit einem Tempe­ratur­maxi­mum von kaum mehr als 10°C) sind mitt­ler­weile auch alle Fließ­gewässer vereist - trotz­dem lagen gestern nörd­lich von Rhinow immer noch etwa 50 Sing­schwäne auf einem Acker, und heute nördlich von Spaatz etwa 600 Saat­gänse. Wo die über­nachten, ist mir ein Rätsel …

Graugänse05.02.2010: Seit einer Woche bewegen sich die Tempe­ra­turen um den Gefrier­punkt, und tags­über taut es leicht – dadurch ist der immer noch reich­lich vorhandene Schnee vor allem an der Ober­fläche stark verharscht. Auch das hält mehrere hundert Saat- und Grau­gänse sowie einzelne Bläss­gänse nicht davon ab, hier auszu­harren. Vor allem in der Um­gebung von Hohen­nauen und Spaatz kratzen sie sich, zusam­men mit meh­reren hundert Höcker­schwänen, müh­sam ihre Nah­rung aus dem Schnee. Da es durch den schwa­chen Frost wieder einzelne eis­freie Stellen in den Fließ­gewäs­sern gibt, haben sie wenig­stens „art­gerechte“ Über­nach­tungs­möglich­keiten.

18.02.2010: Auch wenn das Wetter noch nicht so wirklich früh­lings­haft wirkt (nach den Schnee­fällen und dem kräf­tigen Frost des letzten Wochen­endes liegen hier immer noch 15 bis 20 cm Nass­schnee, aber immer­hin gab es heute schon vier Grad!), so mehren sich doch die Anzei­chen, dass der Winter langsam Ab­schied nimmt. Rhin und Dosse sind wieder weit­gehend eis­frei, und auf dem Rhin nörd­lich von Rhinow tum­meln sich gerade neben vielen Stock­enten und einzelnen Gänse­sägern auch über 100 Sing­schwäne und jeweils mehrere Dut­zend Grau- und Bläss­gänse. Auch vier Kanada­gänse halten sich hier zur Zeit auf – in dieser Gegend eine Selten­heit.

19.02.2010: Auch heute stieg die Tempe­ratur wieder auf 4°C – was der dicken Schnee­decke aber immer noch nichts an­haben kann. Trotz­dem ziehen immer mehr Krani­che durch – heute immer­hin 36, die sogar in der Großen Graben­niede­rung eine kurze Rast ein­legten, bevor sie weiter zogen Rich­tung Osten. Die Mistel­dros­seln singen, und die ersten Grau­gänse sind paar­weise unter­wegs.

25.02.2010: Heute war der erste früh­lings­haft milde Tag – bei immer noch weit­gehend geschlos­sener Schnee­decke und zuge­frore­nen Stand­ge­wäs­sern. Viele Kra­niche zogen durch, manche mach­ten Zwi­schen­station. Auch viele durch­ziehende und ras­tende Feld­lerchen (manche auch schon singend), die ersten Kie­bitze, sin­gende Gold­ammern und Kolk­raben mit Nist­mate­rial lassen den Früh­ling erahnen.

27.02.2010: Endlich ist es so weit: Die ersten Bläss­gänse kamen heute Nach­mit­tag die Elbe und Havel abwärts gezogen. Zuerst nur ein paar kleine Trupps, und dann war Rich­tung Norden der ganze Hori­zont voller Gänse­ketten. Auch die erste Brand­gans zog vorbei, das Gülper Rot­milan-Paar ist eben­falls bereits da, und „unsere“ See­adler sind ganz offen­sicht­lich in Früh­lings­stim­mung.

28.02.2010: Jeweils mehrere hundert Sing­schwäne lassen sich zwischen Kietz und Stro­dehne und süd­west­lich von Kuhl­hausen beob­achten – die meisten auf Raps­feldern. Dagegen ist die Große Graben­niede­rung – zwar groß­flächig über­flutet, aber bis auf den Großen Graben selbst noch weit­gehend vereist – ohne Sing­schwäne. Immer­hin rasten hier aber auf den endlich schnee­freien Wiesen die ersten Kie­bitze und Gold­regen­pfeifer.

Blässgänse01.03.2010: Heute war Zugtag: Tausende Bläss- und Saat­gänse zogen durch, dazu viele hundert Kraniche und einige kleinere Gruppen Kiebitze. Zahl­reiche Bläss­gänse rasten jetzt wieder hier, und im Gebiet zwischen Groß­derschau, Sievers­dorf und Dreetz halten sich gerade viele hundert Kraniche auf. Unter­des­sen gibt es im Gülper See die erste eis­freie Stelle – im Nord­osten, bei der Rhin­mündung.

03.03.2010: Stürmischer West­wind und nahezu frost­freies Wetter haben – zusam­men mit recht hohem Wasser­stand – nun dafür gesorgt, dass es pünkt­lich zur An­kunft der Bläss­gänse in Havel­aue und Großer Graben­niede­rung einige Über­flu­tungs­flächen gibt. So hielten sich gestern Abend allein im Hohen­nauen’­schen Bruch südlich von Spaatz über 10.000 Bläss­gänse auf (und blieben hier auch gleich über Nacht); heute Mittag waren es in der Havel­aue zwischen Gülpe und Warnau min­des­tens 5.000. Unter­des­sen ist der Zuzug weiterer Gänse aus dem Westen immer noch im Gange …

Seeadler08.03.2010: Der wiederum ver­schärfte Nacht­frost der letzten Tage hat dafür gesorgt, dass die über­flute­ten Flächen in der Großen Graben­niede­rung wieder nahezu völlig zuge­froren sind. Und da auch der Gülper See nach wie vor kom­plett vereist ist, kon­zen­trie­ren sich die Gänse (beson­ders zur Über­nach­tung) auf die Havel­aue, wo aufgrund der Strö­mungs­ver­hält­nisse doch noch einige Wasser­flä­chen offen sind. Allein bei Gülpe können fast ständig etliche tausend Bläss­gänse und viele hundert Weiß­wangen­gänse beob­achtet werden. Auch die See­adler haben das inzwi­schen gemerkt und sind recht oft an der Havel zwischen Parey und Gülpe zu beobachten, wo übrigens am Sonn­tag auch eine Rot­hals­gans gesehen wurde.

Weißwangengänse und Rothalsgans11.03.2010: Nicht nur eine – nein, gleich drei der seltenen Rot­hals­gänse halten sich zur Zeit in der Gegend zwi­schen Gülpe und Parey auf. Offen­sicht­lich bevor­zugen sie die Gesell­schaft der näher ver­wandten Weiß­wangen­gänse, deren Anzahl – wie immer um diese Zeit – stetig ansteigt und wohl schon über 1.000 liegen dürfte. Unter­dessen ist der Wasser­stand der Havel noch ein wenig ange­stiegen, anson­sten hat sich an den Ver­hält­nissen wenig geän­dert. Nach wie vor friert es meist, und nur in der Havel­aue gibt es offene Wasser­flächen.

17.03.2010: Immer noch „Massen“ von Gänsen – und immer noch kommen welche an! Allein zwi­schen Spaatz und Hohen­nauen (also sozu­sagen am „Ost­ende“ der Gro­ßen Graben­niede­rung) waren es heute weit über 10.000; haupt­säch­lich Bläss­gänse, dazu etliche hundert Weiß­wangen­gänse und nur noch wenige Saat­gänse. Was für eine Geräusch­kulisse! Tau­sende von Kiebitzen sitzen jetzt überall in den Wiesen – endlich, das hat dieses Jahr auch länger gedauert als sonst. Und im Kern­bereich der Gro­ßen Graben­niede­rung rasten wieder viele hundert Enten, vor allem Pfeif- und Spieß­enten; auch die ersten Löffel­enten konnte ich dort heute beob­achten. Wenige Dut­zend Sing­schwäne halten noch aus, und immer noch ziehen Kraniche durch, während die meisten orts­ansäs­sigen Paare bereits ihre Reviere besetzt haben.

24.03.2010: Die „Blässgans-Saison“ war dies­mal an­schei­nend recht kurz: Bereits seit meh­reren Tagen ist der Abzug in vollem Gange, und es sind schon deut­lich weniger geworden. In der Großen Graben­niede­rung sind aber immer noch viele hundert anzu­treffen. Auch der Zug der Kraniche ist noch nicht beendet, und bei Spaatz rasten seit Länge­rem an die hundert; auch hier werden es aber doch allmählich weniger. An­sonsten ist gerade Früh­ling angesagt: Die meisten Sing­schwäne sind weg, und bei milden Tempe­ra­turen blub­bern die Moor­frösche und klopfen die Knob­lauch­kröten, wäh­rend u.a. Schwarz­milan, Rot­schenkel und Haus­rot­schwanz ange­kommen sind.

30.03.2010: Eher ungewöhnlich für diese Jahres­zeit: Wäh­rend die ersten Rauch­schwal­ben zwit­schernd durch die Luft sausen und die ersten (Ost-!)Störche auf den Horsten stehen, halten sich hier immer noch viele hundert, wahr­schein­lich sogar noch ein- oder zwei­tausend Bläss­gänse auf – offen­sicht­lich eine Nach­wir­kung des kalten Winters. Unter­dessen ist bei den Krani­chen die Zeit der Eiablage gekommen – in den Revie­ren sind mor­gens auf­fallend häufig die Paa­rungs­rufe zu hören. – Der Wasser­stand der Havel ist in den letzten Tagen wieder etwas gestiegen.