Aktuelles im 1. Quartal 2009

03.01.2009: Der Gülper See ist mitt­ler­weile komplett zugefroren. Trotz­dem halten sich in der Havel­aue um Gülpe immer noch mindestens 2.000 nordische Gänse und meh­rere dutzend Grau­gänse auf, die jetzt auf der noch teilweise eisfreien Gülper Havel trinken und über­nach­ten. Sing­schwäne sind nach­mittags immer wieder Rich­tung Westen überfliegend zu beob­ach­ten; sie näch­tigen ver­mut­lich an der Elbe.

07.01.2009: Während der rechte Havelarm zwischen Molkenberg und Strodehne („Gülper Havel“) nur langsam zufriert, ist ansonsten die Untere Havel – wohl wegen der lang­same­ren Fließ­geschwin­digkeit – weitgehend vereist. In der Gülper Havel über­nachten (neben einigen Sing­schwänen) inzwischen nur noch Grau­gänse, obwohl immer noch mindestens 1.000 nordische Gänse im Gebiet anwesend sind. An­schei­nend bleiben sie jetzt aber auch während der (zur Zeit mondhellen) Nächte auf den Winter­getreide-Feldern.

13.01.2009: Ob die Gülper Havel auf Dauer zu wenig Nahrung bietet oder sie hier in Dorf­nähe zu oft gestört wurden? Wie auch immer, die Sing­schwäne über­nachten jetzt (zusammen mit über hundert Grau­gänsen) in einem der letzten eis­freien Löcher der Havel bei Jederitz, wie mir H. Hempel­mann berichtet. Auf einem Raps­acker in der Nähe konnte ich auch einen „Tages­einstand“ von etwa 80 Schwänen ent­decken. Unter­dessen sind viele nor­di­sche Gänse (wohl an die 2.000) bei Gülpe wieder dazu über­gegangen, in der immer noch nicht ganz zuge­frore­nen Gülper Havel die Nächte zu ver­bringen. Der Frost hat sich inzwi­schen deutlich abge­schwächt, gestern gab es sogar Tauwetter.

Gänse auf der Gülper Havel21.01.2009: Der extreme Frost ist vorbei und der Schnee geschmolzen, trotzdem ist es weiter­hin winter­lich mit Nachtfrost, und nur auf Fließ­gewässern geht das Eis lang­sam zurück. Die Gülper Havel ist nur noch am Rand vereist; etwa 50 Sing­schwäne über­nachten hier, außer­dem mehrere hundert Saat­gänse, wäh­rend die meisten Bläss­gänse die Nächte jetzt anscheinend auf dem linken Havelarm (Strom­havel) ver­bringen, z.T. wohl auch weiter havel­abwärts.

22.01.2009: Immer noch (oder inzwischen wieder?) äsen viele hundert Gänse auf dem Winter­getreide-Acker südlich von Gülpe, während über 200 Sing- und Höcker­schwäne auf „ihrem“ Raps­feld bei Hohennauen den Tag verbringen.

27.01.2009: Die Winterflucht der nordischen Gänse scheint sich fortzusetzen: In der Um­gebung von Gülpe sind inzwischen nur noch wenige hundert Saat- und Bläss­gänse „übrig­geblieben“, dazu noch einmal etwa so viele Graugänse. Dank der nur noch schwachen Nachtfröste konnten in der Großen Graben­niederung die größten Gräben wieder auftauen, weshalb die meisten Sing­schwäne jetzt wieder hier über­nach­ten. Währenddessen ist der Gülper See nach wie vor komplett zugefroren.
Nachtrag: Wenn ich mir so die Meldungen in der Mailingliste OrniBB anschaue, ist die ver­meint­liche Winter­flucht der Gänse lediglich ein Ausweichen in Gegenden mit größeren freien Wasser­flächen.

07.02.2009: Momentan ändert sich wenig. Obwohl es zur Zeit nicht sehr kalt ist (tags­über wenige Plus­grade und leichter Nachtfrost), sind die Über­schwem­mungs­flächen in der Großen Graben­niede­rung immer noch weitgehend und der Gülper See komplett zugefroren. Die Sing­schwäne äsen weiter­hin auf den Äckern bei Wolsier und Hohen­nauen, und es sind nicht viele Gänse da. Aus dem Bereich der Mitt­leren Havel werden dagegen nach wie vor vier­stellige Zahlen gemeldet, haupt­säch­lich Saat­gänse. Hier scheinen dafür (zusätz­lich zu den Über­winte­rern) die ersten Grau­gänse zurückgekehrt zu sein, und immer mehr einzelne Paare sind zu sehen.

10.02.2009: So schnell kann eine Meldung überholt sein – vor drei Tagen schrieb ich noch „momen­tan ändert sich wenig“. Inzwischen tut sich doch etwas, denn der Rück­zug der nor­di­schen Gänse hat anscheinend bereits wieder eingesetzt (trotz weiter­hin winter­lichen, aber immer­hin schnee­losen Wetters) – jedenfalls sind wieder mehr Saat- und Blässgänse in der Um­gebung von Gülpe zu sehen und mittlerweile auch über 30 Weißwangengänse. Außerdem sind die ersten Brand­gänse zurück­ge­kehrt, und im Gülper See hat sich ein kleines Eisloch gebildet, an dem sich zahl­reiche See­adler versammelt haben.

24.02.2009: Winter ade? Sieht jedenfalls so aus – zwar ist es immer noch kalt, aber inzwischen nahezu frost­frei, und am vergangenen Wochenende fiel der Niederschlag erst­mals als Regen. Außer­dem hat der Zuzug der Bläss­gänse begonnen, und regel­mäßig sind Rotmilane, Kraniche und Kiebitze zu sehen (bzw. zu hören). Unter­dessen ist der Gülper See immer noch zugefroren.

03.03.2009: Die Temperaturen sind gestiegen, Schneeglöckchen, Krokusse und Hasel­sträucher blühen – nun ist der Vorfrühling endgültig da. Auch bei den Vögeln ist es zu merken; die Feld­lerchen singen, immer wieder ziehen Kraniche durch, und heute war der erste Goße Brach­vogel zu hören. Da der Wasserstand der Havel für die Jahres­zeit eher niedrig ist, konzentrieren sich die Bläss­gänse zur Zeit an den tiefer gelegenen Stellen mit größeren Überschwemmungs­flächen, z.B. in der Großen Graben­niederung (wo sich auch noch etwa 30 Sing­schwäne aufhalten) oder an der Nietze. Hier tauchen auch immer mehr Pfeif- und Spieß­enten auf, während auf den Wiesen bereits hun­derte Kiebitze rasten. – Der Gülper See ist inzwischen etwa zur Hälfte eisfrei, hier rasten zur Zeit viele Gänsesäger.

16.03.2009: Jetzt sitzen sie wieder allenthalben in den Wiesen, und fast ständig hört man sie von irgend­woher rufen: Abertausende von Bläss­gänsen und über tausend Weiß­wangen­gänse stärken sich an der Unteren Havel für ihre nächste Reiseetappe. Der Wasser­stand ist wieder etwas ge­stiegen, und in den über­schwemmten Wiesen wimmelt es von Enten. Weitaus in der Über­zahl sind zur Zeit die Spieß­enten, die vor allem die Großen Graben­niederung zu Tausenden bevölkern, daneben Hun­derte Pfeif­enten und einige Löffel-, Krick- und Schnatter­enten, und neben vielen hundert Kiebitzen halten sich hier momentan auch an die tausend Gold­regen­pfeifer auf. Unter­dessen beginnen, wie immer um diese Zeit, wieder mal mehrere Rothals­taucher-Paare mit dem Nest­bau (und voraussichtlich wieder vergeblich, wenn bereits im April das Wasser wieder abge­lassen wird). Auch die ersten Grau­gänse brüten bereits.

22.03.2009: Der Abzug der nordischen Gänse hat bereits begonnen: In den letzten Tagen waren immer weniger Bläss- und Weiß­wangen­gänse zu sehen und hören. Auf­grund des Rückstaus durch das Elbe-Hochwasser liegt der Havelpegel zur Zeit recht hoch, was sich angesichts der Wetter­entwick­lung wohl auch so schnell nicht ändern wird. In der Großen Graben­niederung sind weite Bereiche überflutet, nachdem der Siel am unteren Ende des Großen Grabens weiter geschlossen wurde.

31.03.2009: Der Frühling ist da: Nach dem eher kühlen und sonnenarmen Vorfrühling hat sich nun eine sonnige Hochdruck-Wetterlage eingestellt. Die ersten Schmet­ter­linge sind unterwegs, die ersten Rauchschwalben inspizieren ihre alten Nester, der erste Gülper Storch ist angekommen, und die meisten Blässgänse sind abgezogen. In der Großen Grabenniederung rasten allerdings immer noch über 1000 Weiß­wangen­gänse. Hier ist der Wasserstand unverändert hoch, während der Havelpegel bereits wieder sinkt.