Aktuelles im 1. Quartal 2008

13.01.2008: Die Singschwäne sind inzwischen wieder in die Große Graben­niederung zurück­gekehrt, nachdem wegen der milden Witterung das Eis in den über­schwemm­ten Flächen wieder (wenigstens zum Teil) geschmolzen ist. Hier gab es heute außerdem bei herrlichem Wetter viele Sturm­möwen und Mäuse­bussarde, ein oder zwei Rauhfuß­bussarde, zwei Kornweihen und mehrere Silber­reiher. Bei den nordischen Gänsen herrschte viel Bewegung, ständig waren kleine oder größere Gruppen unterwegs in verschie­denen Richtungen. Während­dessen halten sich besonders in der Havelaue schon wieder einzelne Graugans-Paare auf, die anscheinend bereits wieder in ihre Brut­reviere zurück­gekehrt sind.

17.01.2008: In der Großen Graben­niederung tragen inzwischen mindestens 250 Sing­schwäne wesentlich zur Geräusch­kulisse bei (das Zählen ist schwierig, da sie sich z.T. in hoher Vegetation aufhalten). Hier und im Gebiet um Gülpe rasten zur Zeit ca. 2–3000 nordische Gänse – mittlerweile fast aus­schließ­lich Blässgänse und kaum noch Saatgänse. Die Zahl der hübschen Weiß­wangen­gänse steigt allmählich an, es sind in diesem Bereich jetzt über 100. In der Havelaue gibt es nach wie vor einzelne Silber­reiher, auch Seeadler können hier regelmäßig beobachtet werden (heute allein 6 zwischen Gülpe und Molkenberg), dazu auch bereits die ersten Kiebitze.

Singschwäne29.01.2008: Nach den starken Regen­fällen des vorherigen Wochen­endes ist nun auch hier der Wasserstand der Havel angestiegen – weite Teile der Havelniederung sind über­schwemmt, und die Große Graben­niederung sieht aus wie ein großer See. Mehr als 300 Singschwäne halten sich jetzt hier auf, dazu noch etliche Höckerschwäne, mehrere hundert Pfeifenten, einige Schnatter- und Spieß­enten und die erste Brandgans. Etwa 300 Kiebitze waren unterwegs und der erste Goldregenpfeifer ließ sich hören. Wohl durch die milde Witterung ist die Zahl der Blässgänse für die Jahreszeit ungewöhnlich hoch – allein in der Großen Graben­niederung über­nachteten heute mindestens 5.000, dazu noch mindestens 300 Weiß­wangen­gänse und wenige Saatgänse. Auch in der „eigentlichen“ Havel­niederung über­nachten etliche Tausend, während der Gülper See, wie immer im späteren Winter und bei hohem Wasserstand, als Schlaf­platz kaum noch genutzt wird.

11.02.2008: Die ersten Kraniche sind anscheinend bereits zurückgekehrt: Heute flogen 23 in Richtung OSO über Rhinow hinweg. Auch einige Feldlerchen sind bereits wieder da, und überall in den Wiesen sitzen die Kiebitze – insgesamt wohl weit über 1.000 im Bereich um Gülpe. Die Amseln singen, und in einem Gehölz bei Gülpe sitzt regelmäßig ein einzelner Kolkrabe, dessen Partner (mit dem er vor kurzem noch umherflog) anscheinend bereits brütet.

22.02.2008: Es ist wieder so weit: Viele Tausend Blässgänse rasten im Gebiet (und in den nächsten Wochen werden es wohl noch mehr), bevor sie zur nächsten großen Etappe Richtung Osten aufbrechen. Nun kann man hier fast ständig irgendwo Gänse sehen und/oder hören. Auch bei den Enten ist der Höhepunkt noch nicht erreicht; allein in der Großen Graben­niederung halten sich mindestens 2.000 Pfeifenten und etliche Hundert Spießenten auf, auch die Singschwäne sind noch da. Bei Höchst­temperaturen um 10° C sind inzwischen die ersten Moor- und Grasfrösche unterwegs, und aus Westen ziehen immer wieder kleine Kranich-Trupps durch.

26.02.2008: Der Durchzug der Kraniche verstärkt sich, und in der Großen Graben­niederung rasten mindestens 120 Gold­regenpfeifer. Die Zahl der Kiebitze ist inzwischen unüber­schaubar, sie sitzen schlichtweg überall in den Wiesen. Der Abzug der Singschwäne hat begonnen, am Großen Graben halten sich „nur“ noch etwa 100 auf. Dagegen wächst die Zahl der Pfeif- und Spießenten weiter an, und die ersten Löffelenten sind da. Während die ersten Rotmilane eintreffen, singen Feldlerchen und Goldammern.

05.03.2008: Das spätwinterliche Intermezzo nach diesem extrem milden Winter beeindruckt die Vögel anscheinend nicht: Inzwischen sind die ersten Großen Brachvögel und Sing­drosseln angekommen, während die Singschwäne alle wieder weggezogen sind.

Blässgänse10.03.2008: Der Wasserstand der Havel ist wieder leicht gestiegen, was sich in den flachen Niederungen sofort durch größere Über­schwem­mungs­flächen bemerkbar macht. Immer noch rasten viele Tausend Blässgänse im Gebiet, dazu über 500 Weiß­wangen­gänse. Auch die Kiebitze sind nach wie vor allgegenwärtig, außerdem halten sich in der Großen Graben­niederung auch noch mehrere hundert Gold­regen­pfeifer auf, die anscheinend schon in Balzstimmung kommen. Die Kraniche besetzen ihre Reviere, während ihre weiter nord­östlich brütenden Artgenossen immer noch durchziehen. Die Mäusebussarde bauen bereits an ihren Horsten, und die ersten Zilpzalpe sind da.

22.03.2008: Die Zahl der Blässgänse geht deutlich zurück; offensichtlich hat der Abzug zu den nächsten Zwischen­rastplätzen in den Niederungen von Oka und Wolga begonnen. Ansonsten tut sich recht wenig zur Zeit – die kalte Polarluft-Wetterlage verursacht wohl eine Art Zugstau. Immerhin gab es aber bereits Erstbeobachtungen von Rauch­schwalbe, Rohrweihe und Knäkente (A. Goldau mdl.). Dagegen sind kaum noch Kiebitze zu sehen, die sind anscheinend weitergezogen. Oder sind sie dem Winter­einbruch noch einmal südwestwärts ausgewichen?

Gänse30.03.2008: Heute war endlich der erste warme Frühlingstag, allerdings mit kräftigem SO-Wind. Während bei immer noch recht hohem Wasserstand nach wie vor viele Enten in der Havel­aue rasten, kommt wieder Bewegung ins Vogelzug­geschehen. Die „Ostzieher“ unter den Weißstörchen treffen ein (darunter auch Annamarie, der letzte der Sender­störche von 2001, zu denen auch das berühmte Prinzeß­chen gehörte), und die ersten Haus­rot­schwänze und Schwarz­milane sind angekommen. Während­dessen halten sich in der Gülper Havelaue immer noch über 1000 Bläss­gänse und mehrere 100 Weiß­wangen­gänse auf, dazwischen auch eine Rothals­gans.

31.03.2008: In der Havelaue und der Großen Graben­niederung ist „Entenzeit“ – während die nordischen Gänse allmählich abziehen, ist bei den auf dem Durchzug rastenden Enten der Höhepunkt erreicht. Tausende von Spieß- und Pfeifenten, Hunderte von Löffel- und Krickenten, dazu Dutzende von Schnatter­enten und einzelne Knäkenten können jetzt beobachtet werden. Gute Plätze dafür sind z.B. der Deich 2 km südlich von Gülpe und der Beobachtungs­turm nördlich von Parey (siehe Link „Karte“). – Außerdem ist auch bereits Brutzeit: Graugänse, Höcker­schwäne und Kraniche haben zu brüten begonnen.